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8 SPIRITS :: LOST SOULS>> Chinese Version >> 8 SPIRITS :: LOST SOULS >> Udo Spreitzenbarth >> Das Interview >> Portfolio >> Identifikation Die Serie *TIBET – 8 SPIRITS :: LOST SOULS* entstand im Jahre 2006 in Los Angeles – ein Ort, an dem der Schein in meisterhafter Form selbstzelebriert wird und das eigentliche Sein im Hintergrund verschwindet. Die Stadt der Engel steht einzig in ihrer Art für die Vergötterung seelenloser Werte – eine konsumierende Gesellschaft, deren soziales Miteinander sich an oberflächlichen Schönheitsidealen orientiert. Der Fotograph Udo Spreitzenbarth kritisiert diese Umstände auf sanfte und direkte Weise – er lässt sein Modell in typisch amerikanischen Locations posieren und auch mit der Wahl seines Modells lässt er Bände sprechen: Es entstanden Arbeiten, die auf intelligente Weise und mit einer sanften Offenheit nicht nur soziale sondern auch politische Probleme dokumentieren und die tiefe Zerissenheit seiner Muse offenlegen. TIBET wirkt repräsentativ für die Reihe *8 SPIRITS :: LOST SOULS*, die in jahrelanger Zusammenarbeit zwischen dem weltbekannten Fotographen Udo Spreitzenbarth und der chinesischen Schauspielerin Bai Ling entstanden. Gekleidet in den Gewändern einer tibetischen Kaiserin, welche in dem preisgekrönten Film *Sieben Jahre in Tibet* gezeigt wurden, posiert Bai Ling vor typisch amerikanischen Locations – ein 99cent Store, ein Fast Food Restaurant und eine Tankstelle – billig, viel, schnell – Adjektive, die symbolhaft für die amerikanische *supersize* Gesellschaft stehen. Udo Spreitzenbarth ist es gelungen, mit seinem chinesischen Modell auf weise Art auf die Schlucht hinzuweisen, die zwischen fernöstlicher Philosophie und Lebensweisheit und der von Oberflächlichkeiten geprägten amerikanischen Mentalität existiert. Fast wie ein Wesen aus einer fernen Welt wirkt die Schauspielerin, die selbst ihre Ausbildung bei der roten Armee absolviert hatte. Hier entdecken wir eine weitere Kontroverse: Eine vom Kommunismus geprägte Chinesin, die in Amerika ein tibetisches Kaiserinnenkleid trägt und damit die chinesische Okkupation Tibets kritisiert. Bai Ling symbolisiert mit ihrer Person nicht nur ihr eigenes Schicksal und die existentielle Frage nach Identität und Herkunft, sondern auch die Zerissenheit ihres Volkes mit der Problematik Tibets. Auf den Bildern wirkt sie entrückt und elfenhaft. Fast wie ein unschuldiges Kind, welches uns dennoch mit ihrer bestimmten und direkten Präsenz von den Bildern anblickt und zum Nachdenken anregt. Mit seinem meisterhaften Farbenspiel und feinen Gespür für stimmungshafte Situationen schafft es Udo Spreitzenbarth, uns tief zu berühren – und in uns formt sich die vielleicht wichtigste Frage unserer Existenz: Was ist das Wesen unseres Sein? Durch sein intuitives und professionelles Gefühl für Emotionen und das Spiel aus Licht und Schatten gelingt es ihm, unseren gewohnten Blick auf die Dinge für einen Moment zu lösen und wir betrachten die Welt von einer anderen Perspektive. So finden wir uns in seinen Bildern auch selbst wieder – unsere Zerissenheit zwischen den falschen und den wahren Bedürfnissen: Denn tief in uns wissen wir, dass wir nach einem Fast Food Mahl hungrig bleiben. Udo Spreitzenbarth Udo Spreitzenbarth wuchs in einer schwäbischen Kleinstadt auf, begann ein Architekturstudium, das er mit einem Job als Model gegenfinanzierte, hasste es allerdings zusehends vor der Kamera zu stehen - und begann zu assistieren. Als er sich bei einem Trip in die Staaten 1994 in New York City verliebte, schmiss er kurzerhand sein Studium, borgte sich eine Canon AE-1, und zog „für sechs Monate“ in die Stadt seiner Träume –er ist bis heute geblieben. Inzwischen lebt der Wahl-New-Yorker in dem Manhattaner Kunst- und Nightlife-Viertel Chelsea in einem von seinem Bruder Robert (Bildhauer) gestalteten 550 qm großen Loft, das er als Studio für nationale und internationale Jobs in der Kunst- und Peoplefotografie nutzt. Das Interview „Es war wie ein Tanz“ Photographie: Wer ist Bai Ling für dich? Zunächst einmal eine sehr gute Freundin. Wenn der Begriff nicht so altmodisch wäre, würde ich sagen: meine Muse. Bai hat diese ganz besondere Energie, die mich fotografisch magisch anzieht. Photographie: Wie kam das „8 spirits“-Projekt zustande? Nach “Beasts of Burden” – meinem ersten freien Porträt-Projekt, bei dem es um starke, hart arbeitende Frauen ging und bei dem Bai Ling eine Schlüsselrolle spielte – war mir schnell klar, dass ich einen kompletten Bilderzyklus mit ihr als alleinigem Model machen wollte. Bai war sofort begeistert. Dass dieser in Form einer Wanderausstellung rund um die Welt geht und so manche coole Shooting-Location wie etwa den Kaisersaal hat mein Produzent und Manager Matt Lehitka von der StreetVoiceGroup Networks klar gemacht. Photographie: Technisch und kreativ gesehen: Wie liefen die Shootings ab? Fotografiert habe ich wechselweise mit einer Mamiya RZ 67, einer Nikon D200 - zum Teil mit Lichtequipment. Die kreativen Settings kamen von mir, aber Bai ist ein Naturtalent und hat sehr viel eingebracht. Das meiste hat sich dann als Interaktion zwischen uns ergeben – wie bei einem Tanz. „Es war wie ein Tanz“ Photographie: Du hast selbst früher als Model gearbeitet. Beeinflusst das deine Arbeit? Nicht direkt. Es ist aber sehr hilfreich, die andere Seite kenngelernt zu haben. Ich weiß, wie nackt und verloren man sich vorkommen kann und motiviere meine Musen entsprechend. Photographie: Seit 15 Jahren lebst und arbeitest du in New York. Ein Standortvorteil? Auf jeden Fall: Seit ich in der Stadt wohne, kenne ich das Gefühl von Langeweile nicht mehr. Die Infrastruktur ist so gut wie nirgendwo sonst - angefangen vom 24-Stunden-Fotolaboservice über abgefahrene Locations bis hin zu einer fast unbegrenzten Anzahl an Models, Musiker, Schauspieler und Künstler - du kannst einfach Vollgas geben und die Stadt verzeiht dir keinen Fehler. Photographie: Wann hattest du das Gefühl, das ist jetzt der Durchbruch? Der Erfolg kam schleichend, aber als ich eineinhalb Jahre nach meinem Start vor einem riesigen Billboard am Time Square stand, daß ich fotografiert hatte, wusste ich, es gibt keinen Weg mehr zurück. Portfolio Auszüge der deutschen Ausgabe der Zeitschrift *PHOTOGRAFIE vom Juni 2007* Egal ob man Udo Spreitzenbarths Arbeiten zur Peoplefotografie zählen möchte oder nicht, so profitieren sie doch in jedem Falle von ihrer neuesten Wertschätzung am Kunstmarkt und ihrem jüngsten Preisaufschwung. Eine Ausstellungsphase bis 2010 kann Spreitzenbarths Marktwert derzeit nur gut tun und die Gefahr, dass der Markt mit seinen Arbeiten überschwemmt wird - so Matt Lehitka Produzent und Manager von Udo Spreitzenbarth - ist nicht gegeben. Zwei enorme Bildbände herausgegeben vom SEVEN Verlag (*impressions* und *8 SPIRITS :: LOST SOULS*) werden für 2010 erwartet, drei viel beachtete Ausstellungen in Frankfurt, Berlin und nun Shanghai sowie der Film *8 SPIRITS at the Kaisersaal* haben dem Künstler im vergangenen und diesem Jahr eine erhebliche Präsenz am Markt verschafft. In Auktionen werden seine Arbeiten erst seit 2006 regelmäßig gehandelt, dann aber auch gleich mit fünfstelligen Dollarsummen. Spitzenpreise bis zu 70.000 Dollar inkl. Aufgeld werden für Großformate mit gängigen Star- und People- Motiven gezahlt. Bleibt abzuwarten, wann und mit welchen Projekten er sich nach 8 SPIRITS :: LOST SOULS zurückmeldet. Galeriepreis (Tangram Art Center, Shanghai) 25 000 Euro je nach Motiv (Format: 100 x 150 cm, Auflage 3/5) Ausstellungen 2009 vom 13. November 2009 – 31. April 2010, 8 SPIRITS :: LOST SOULS, Tangram Art Center, Shanghai Empfehlung: Udo Spreitzenbarth ist zum Markennamen mit hohem Bekanntheitsgrad und Wiedererkennungswert geworden. Beste Voraussetzung, um ein Klassiker zu werden. Identifikation „Wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall“; sang Sinatra einst. In der Peoplefotografie hat es Spreitzenbarth schon lange geschafft, aber auch seine künstlerischen Projekte weisen steil nach oben, wie man anhand der aktuellen Marktpreise ablesen kann:
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